Aktion „Guten Morgen Amazon“

Normalerweise ist das hier ein Blog, der Euch die Faszination und den Spass amerikanischer V8-Sportwagen und Autos näher bringen soll. Aber ich missbrauche den Blog hier mal, weil mir wirklich etwas mit Amazon passiert ist, was mich nicht nur am Konzern sondern an unserem Umgang mit Technik an sich zweifeln lässt.

Vorgeschichte:

Ich bin im März 2020 nach Baden-Württemberg gezogen. Weil es einfacher war, bin ich über meinen Schatten gesprungen und habe wieder ein Amazon Prime Konto eröffnet. Ja ich hatte schon mal ein Amazon Konto, vor Jahren und habe auch das schon mal löschen lassen.

So hat mir Amazon meine großen Geräte und mein Bett bequem in mein neues zu Hause geliefert. Was mir damals schon aufgefallen ist: Amazon will ein Logistikunternehmen sein, bietet auch ab und zu eine Terminlieferung an. Allerdings ist in Punkto Termineinhaltung die Telekom (wir kommen zwischen 8-18 Uhr) präziser als das Logistikunternehmen Amazon. Selbst dann wenn man einen bestimmten Tag und einen bestimmten 3 Std. Zeitraum auswählen kann. Aber ich schweife ab.

Auch schön: Ich konnte per Rechnung bezahlen, was mir bei teuren Elektronikgeräten wie Waschmaschine und Trockner sehr lieb war.

  1. Vorfall: So habe ich auch nach meinem Umzug in den Folgemonaten je 300 Euro ausgegeben um meine Wohnung einzurichten, mit Schränken oder sogar einer Kaffemaschine. Auch hier immer per Rechnung und immer pünktlich gezahlt. Nach drei Monaten bekam ich dann eine Mail ob ich nicht aufgrund meiner vielen Einkäufe ein Geschäftskonto eröffnen möchte? Natürlich nicht, ich war und bin kein Unternehmen. Nach 5 Monaten war meine Bestellung wieder fällig und wieder wählte ich wieder Rechnung aus. Die Bestellung wurde bestätigt und zwei Minuten per Mail abgelehnt. Ich möchte doch bitte eine andere Zahlungsmethode wählen. Nach ein paar Versuchen einfach noch mal Rechnung zu wählen, nahm ich dann doch Lastschrift (das hatte vorher mit dem Bett und ähnlichem schon funktioniert). Auch das wurde abgelehnt. Paypal wurde auch abgelehnt. Blieb nur Kreditkarte und eine solche habe ich nicht. Also rief ich bei Amazon an. Jetzt kommts: Der etwas gelangweilte Mitarbeiter teilte mir tatsächlich mit, dass NIEMAND, tatsächlich niemand bei Amazon auf den Algorithmus Einfluss hätte der Bestimmt wer mit was zahlen darf. Er konnte mir noch nicht mal sagen, warum ich nur Kreditkarte als Zahlungsmittel wählen konnte. Ich möchte tatsächlich kein Kunde einer Firma sein, die nur von einem Computer gesteuert werden. Menschen steuern Computer…nicht andersrum. Also ließ ich mein Konto löschen.

2. Vorfall: Tatsächlich lebt es sich ausgezeichnet ohne Amazon-Kunde zu sein. Man lernt neu, dass man Dinge auch direkt von den Anbietern kaufen kann…auch digital. Vor einer Woche bekam ich nun wieder Rückenprobleme und ich merkte, dass sich meine Matratze (auch von Amazon) in der Mitte durchgelegen hatte. Eine deutliche Kuhle in der Mitte und keine stützende Wirkung mehr. Zugeben, es war keine teure Matraze, aber sie war gerade knapp über ein Jahr alt also rief ich bei Amazon an. Ein freundlicher Herr teilte mir mit, er könne meine Bestellnummer nicht finden, auch nicht meine Mailadresse. Ich teilte ihm mit, dass ich kein Amazon Kunde mehr sei, worauf hin er mich bat an impressum@amazon.de eine Mail mit dem Problem zu schreiben.

Gesagt, getan. Ich erwähnte auch hier, dass ich kein Amazon Kunde mehr sei. Nach 20 Minuten erhielt ich von einer Frau Deutschmann die Antwort, dass die Matraze gerade nicht lieferbar sei, ich aber eine Rücksendung und Rückerstattung haben könne. Ich war positiv überrascht und fragte zurück wie so eine Rücksendung erfolgen würde. Ich erhielt von einer anderen Person eine Nachricht, dass mir aus Datenschutzgründen keine Antwort zu meinem Account gegeben werden könne. Stirnrunzeln meinerseits. Ich schrieb zurück, dass ich gar keinen Account hätte und auch gar keine Informationen dazu haben wollen. Außerdem würde ich es begrüßen wenn sich diese Person aus meinem Gespräch mit Frau Deutschmann heraushalten würde.

Man könne keine Rücksendung und Rückerstattung machen, da ich kein Amazon-Kunde mehr sei. Ich hätte dem bei der Kontolöschung zugestimmt. Ich antwortete, dass ich auch gar keine Rückerstattung wolle, ein Austausch würde mir komplett reichen. Ich bekam die gleiche E-Mail wieder…ich schickte meine vorige Antwort einfach wieder hin. Ich bekam die Antwort, dass aus Datenschutzgründen… außerdem wurde mir mitgeteilt, dass durch die Kontolöschung keine Daten mehr bei Amazon vorhanden wären. Ich könne mich jedoch gerne an den Hersteller der Matraze wenden. Amazon konnte mir den aber nicht mitteilen, hätte ich ja gerne gemacht.

Ich teilte Amazon noch mit, dass ich meinte die müssten Kundendaten längere Zeit aufbewahren und meine Adresse habe ich auch hingeschickt.

Die Moral der Geschichte: Wer bei Amazon einkauft unterstützt einen Konzern, der nur noch von Computern und Algorithmen gesteuert wird und der sich Gesetze so hinbiegt wie es ihm passt. Kunden sind hier nur Vieh, das man möglichst effizient melken möchte.

NIE WIEDER AMAZON!

Aber dafür habe ich mich dazu entschlossen, jeden Werktag den Amazonmitarbeitern bei impressum@amazon.de einen guten Morgen zu wünschen. Macht mit. Sendet einfach Guten Morgen an impressum@amazon.de

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